Powerbank im Handgepäck: Das musst Du beachten!

Zuletzt aktualisiert: 27. Juni 2019

Mit Powerbank im Flugzeug reisen? Das ist für viele schon selbstverständlich. Nach einem Flug ist man auf ein vollgeladenes Handy angewiesen. Aber auch auf langen Flügen verzichtet man ungern auf Musik und Unterhaltung. Mit einer Powerbank im Handgepäck ist das alles kein Problem. Erfahre hier, worauf bei der Mitnahme von Powerbanks zu achten ist.

Generell dürfen Powerbanks mit ins Handgepäck, wenn diese eine Kapazität von 100 Wh nicht überschreiten. Das entspricht etwa 26.000 mAh bei gewöhnlichen Powerbanks für Smartphones und Co. Bei größeren Kapazitäten hat jede Airline ihre eigenen Ausnahmeregelungen. Im Aufgabegepäck hingegen sind Powerbanks verboten.

Alle Regeln auf einen Blick

FrageAntwort
Erlaubt?Ja, mit Beschränkung
Welche Richtlinien gelten?Die speziellen Richtlinien für Ersatzbatterien:
  • Im Handgepäck: bis zu 26.000 mAh (100 Wh) pro Powerbank garantiert, größere Kapazitäten zulässig je nach Airline
  • Im Aufgabegepäck: verboten
  • Die Beschriftung mit der Angabe der Kapazität (in mAh, besser noch in Wh) muss lesbar sein

Powerbanks, die den Richtlinien aller Airlines folgen, habe ich hier zusammengefasst.

Welche Powerbanks sind erlaubt?

Im Handgepäck sind alle Powerbanks erlaubt, die 100 Wh Kapazität nicht überschreiten. Allerdings machen viele Hersteller keine Angaben in Wh, sondern in mAh. Bei den meisten Powerbanks für Mobilgeräte sind somit etwa 26.000 mAh erlaubt. In der folgenden Tabelle findest Du die Umrechnung der gängigsten Powerbanks in Wh:

5000 mAh19,5 Wh
10000 mAh38,5 Wh
15600 mAh60 Wh
20000 mAh77 Wh
24000 mAh92,5 Wh
25000 mAh96,5 Wh
26000 mAh100 Wh
26800 mAh103 Wh
41560 mAh160 Wh

Beachte dabei, dass sich diese Umrechnung auf Powerbanks für Mobilgeräte bezieht. Diese besitzen eine Zellspannung von 3,7 bis 3,85 Volt. Darunter fallen ca. 99 % aller Powerbanks, die Du online finden kannst.

In der oberen Tabelle habe ich dabei mit 3,85 Volt gerechnet. Demnach sind auch für die stärksten Akkus 26.000 mAh zugelassen.

Solltest Du eine Powerbank mit 26.800 mAh besitzen, suche nach einer Angabe in Wh oder Frage beim Hersteller nach. Viele Powerbanks mit 26.800 mAh sind nämlich trotzdem zulässig, da diese nur eine Zellspannung von 3,7 Volt (ca. 99,2 Wh) aufweisen.

Im Handgepäck erlaubte Powerbanks mit der max. zugelassenen Größe (knapp unter 100 Wh) habe ich hier aufgelistet.

Wichtig: Vor allem bei großen Powerbanks musst Du darauf achten, dass die Beschriftung mit der Wh/mAh Anzahl lesbar bleibt und mit der Zeit nicht verwischt. Sonst kann es dazu kommen, dass Dir das Sicherheitspersonal bei Unsicherheiten die Mitnahme der Powerbank verbietet.

Kapazität Powerbank

Die Powerbank muss ins Handgepäck

Auf allen Flügen dürfen Powerbanks nur im Handgepäck transportiert werden. Grund hierfür ist wiederum die Sicherheit. Powerbanks und Batterien sind Energieträger. D.h., dass ein Kurzschluss hohe Hitze erzeugen kann. Auch wenn Kurzschlüsse sehr unwahrscheinlich sind, sichern sich die Airlines so gegen potenzielle Brandherde im Frachtraum ab.

Zusätzlich solltest Du darauf achten, Powerbanks im Handgepäck einzeln zu verpacken, um die Kurzschlussgefahr zu minimieren.

Im Gegensatz zu den Powerbanks dürfen die meisten anderen elektronischen Geräte auch im Aufgabegepäck transportiert werden. Das liegt an den geringeren Kapazitäten eingebauter Akkus sowie derer geringeren Kurzschluss-Wahrscheinlichkeit (außer man besitzt ein Galaxy Explode 7).

Verschiedene Airlines, verschiedene Richtlinien?

Wie bei vielen Richtlinien erlauben einige Airlines mehr und andere weniger. Die oben beschriebenen Vorschriften beziehen sich dabei auf Empfehlungen der IATA. Diese erlauben 20 Powerbanks mit 100 Wh pro Person. Aber auch größere Powerbanks sind erlaubt.

Nach der IATA sind zwei Powerbanks mit 100 bis 160 Wh im Handgepäck erlaubt. Aber Achtung, nur wenige Airlines handeln nach dieser Regel.

Generell übernehmen alle Airlines die Richtlinie für 100 Wh pro Powerbank, wobei die zulässige Höchstmenge an Powerbanks auch niedriger als 20 sein kann.

Die Richtlinien für Powerbanks von 100 bis 160 Wh unterscheiden sich allerdings stärker. Überprüfe somit für Powerbanks über 100 mAh die Vorschriften der jeweiligen Airline. Z.B. erlauben Lufthansa und Air France Powerbanks von 100 bis 160 Wh nur mit vorher eingeholter Genehmigung, wobei bei Delta Air Lines keine Genehmigung notwendig ist.

Aber auch wenn eine Airline Powerbanks von über 100 mAh zulassen sollte, ein Spiel mit dem Feuer ist das Ganze trotzdem.

Die Handgepäck-Kontrolle wird nämlich unabhängig von den Airlines durchgeführt. So wird es bei der Kontrolle höchstwahrscheinlich zu einem Hin und Her zwischen Airline- und Sicherheitspersonal kommen. Das sind Zeit und Nerven, die man sich sparen kann.

Und was ist mit Flügen in die USA?

Oft werde ich nach den Regelungen für USA-Flüge gefragt. Auch wenn es oft den Anschein hat, dass dort strengere Regeln gelten, ist dem nicht so. Dort gelten die gleichen Richtlinien, wie im Rest der Welt auch.

Und zwar setzen sich die Regeln aus den Empfehlungen der IATA (wie oben auch) und den Richtlinien des TSA (Transportation Security Administration) zusammen. Insgesamt kommt man da aufs selbe Ergebnis: Powerbanks sind bis 100 Wh erlaubt, und zwar nur im Handgepäck.

Wie viel mAh brauche ich?

Das hängt vor allem davon ab, wie sehr Du Deine Geräte wie Handy und Tablet nutzt. Wenn Du gerne Filme schaust, braucht Dein Smartphone z.B. deutlich mehr Strom, als wenn Du nur Musik hörst. Power-User, die ihr Handy zum Spielen aufwendiger Games verwenden, müssen schon nach wenigen Stunden ihr Gerät wieder aufladen.

Ein gutes Mittel sich anschaulich zu machen, wie viel man wirklich braucht, ist zu ermitteln, wie oft eine Powerbank ein Endgerät wieder voll aufladen kann.

Allgemein reichen auch die kleinsten Powerbanks mit 5000 mAh aus um leistungsstarke Handys wie iPhone X, Galaxy S10 und Huawei P30 ein mal aufzuladen. Demnach schaffen große Powerbanks mit 20.000 mAh das gleiche 4 mal, wobei damit auch Tablets wie das iPad Mini locker 2 mal aufgeladen werden können.

Dabei bin ich allerdings nur von Powerbanks ausgegangen, die auch liefern, was draufsteht. Beachte, dass minderwertige Powerbanks und No-name Produkte teilweise nur die Hälfte leisten können.

Tipp: Vor allem Power-User sollten darauf achten, dass die Powerbank das Smartphone und andere Geräte auch schnell genug laden kann. Sonst kann es vorkommen, dass z.B. das Smartphone mehr Strom verbraucht, als die Powerbank liefern kann.

Um das zu vermeiden, achte beim Kauf darauf, wie viel Strom (A, in Ampere) die Powerbank max. liefern kann. Dabei sollte das mindestens so viel sein, wie auf Deinem Ladegerät (z.B. das Originale Deines Smartphones) steht.

Ampere Powerbank

Die Powerbank auf dem Bild liefert z.B. 3 A pro USB-Ausgang („Max Per Port“).

Gibt es Powerbanks für Notebooks?

Wenn Du oft mit Notebook oder Laptop im Handgepäck unterwegs bist, stellt sich schnell die Frage, ob es hierfür auch Powerbanks gibt. Vorneweg: Ja, gibt es. Aber welche Du letztendlich verwenden kannst, ist abhängig von der Ladeelektronik Deines Notebooks.

Dort unterscheidet man zwischen USB-C-Notebooks (mit USB-C Power Delivery) und Rundstecker-Notebooks.

Bei Rundstecker-Notebooks sieht es eher schlecht aus. Hier gibt es nur wenige Powerbanks, die das System unterstützen. Erkennen kannst Du diese Art von Notebook typischerweise an den runden Ladesteckern.

Powerbanks für Rundstecker-Notebooks sind oft groß und schwer. Entweder kommen diese mit vielen Adaptern für alle möglichen Notebook-Hersteller oder direkt mit Netzstecker. Wobei hier die Netzstecker-Variante die wohl zuverlässigste ist.

Eine bessere Nachricht gibt es für USB-C-Notebooks. Einige USB-C Notebooks (z.B. MacBooks) können direkt mit den passenden Adapter (USB auf USB-C) mit den gängigen Smartphone-Powerbanks aufgeladen werden. Besser noch sind Powerbanks, die direkt einen USB-C Ausgang besitzen und auch für das Laden von Notebooks konzipiert wurden. Diese bringen mehr Leistung und sind auch mit mehreren Notebook-Herstellern kompatibel.

Welche Powerbanks für Notebooks geeignet sind (und im Handgepäck zugelassen), findest Du hier.

Insgesamt solltest Du beachten, dass Notebooks deutlich mehr Leistung brauchen, als z.B. Smartphones. So kommt es vor allem bei Powerbanks ohne USB-C dazu, dass die Leistung einfach nicht ausreicht, um die Ladung im Notebook konstant halten zu können. Auch bei unaufwändigen Prozessen wie z.B. Office-Anwendungen. Heißt: das Aufladen dauert auch im ausgeschalteten Zustand sehr lange.

USB-C Powerbanks leisten in der Regel 30 bis 45 Watt. Das reicht generell dazu aus, die Notebookladung bei durchschnittlicher Anwendung mindestens konstant zu halten.

Bei Vollast sieht es dann wieder anders aus. Volllast erreicht man z.B. beim Gaming. Ob eine Powerbank ausreicht, die Ladung auch bei Vollast konstant zu halten, ist einfach herauszufinden. Vergleiche dazu die Leistung (Watt) Deines Netzteils mit der Leistung der Powerbank. Kann das Netzteil mehr leisten, ist es unwahrscheinlich, dass die Powerbank bei Volllast noch mithalten kann.

Wh einer Powerbank selber ermitteln

Mit einer relativ einfachen Rechnung kannst Du selber aus den mAh (Milli-Ampere-Stunden) die Wh (Wattstunden) Deiner Powerbank ermitteln. Dabei besteht die typische Powerbank für Mobilgeräte aus einem Lithium-Polymer- oder Lithium-Ionen-Akku. Die Zellspannung dieser Akkus beträgt generell 3,7 bis 3,85 V (Volt). Nun kannst Du mithilfe der elektrischen Spannung und der Kapazität die Anzahl Wattstunden errechnen.

Besonders einfach lässt sich das z.B. an einer Powerbank mit 10.000 mAh Kapazität zeigen. Multipliziere dazu die Kapazität, hier 10.000 mAh, mit den 3,85 Volt des Akkus. Das ergibt 38.500 mWh. Wenn Du das Ergebnis nun durch 1000 teilst, erhältst Du einen Wert von 38,5 Wh (wie oben in der Tabelle). Die allgemeine Formel hierfür lautet:

Powerbank Formel

Wichtig hierbei ist, auch mit der Zellspannung des Akkus zu rechnen. Viele machen den Fehler und rechnen mit der auf der Powerbank aufgedruckten Ausgangsspannung (5 V). Das ist aber falsch, denn die sich im Akku befindenden 3,7 bis 3,85 V werden zur Imitation des originalen Ladegerätes nur auf 5 V hochtransformiert.

Kabelsalat! Gibt es dafür Richtlinien?

Zu jeder Powerbank gehören auch Ladekabel. Dabei ist es egal, wie viele Ladekabel und Adapter Du im Handgepäck dabei hast. Generell ist alles erlaubt.

Nur bei sehr langen Kabeln über 2 Meter Länge (z.B. Netz- und Verlängerungskabel), kann es vereinzelt zu Problemen kommen. In diesen Fällen liegt es im Ermessen des Sicherheitspersonals, ob die Mitnahme des entsprechenden Kabels erlaubt wird, oder nicht. Feste Regeln, die die Mitnahme von langen Kabeln verbieten, gibt es allerdings nicht.

Zusätzliche Tipps:

Tipp 1: Nehme ein Ersatzkabel mit. Das Kabel ist die Schwachstelle jeder Powerbank. Vor allem lose im Handgepäck verpackt können Kabel schnell mal zu stark geknickt werden. Ist das Kabel erst kaputt, hast Du keine Chance mehr Deine Geräte zu laden.

Tipp 2: Solltest Du an Deinem Ziel nur eine Steckdose vorfinden, lade Deine Geräte Nachts direkt mit der Powerbank. Lade die Powerbank dann gleichzeitig mit der vorhandenen Steckdose. So sind am nächsten Morgen alle Geräte voll geladen.

Handy direkt im Flugzeug laden?

Manche Flugzeuge besitzen USB-Ladebuchsen direkt in der Kabine. Somit kannst Du, wenn Du Dein Ladekabel dabei hast, Smartphone und Co. direkt im Flugzeug aufladen. Einige Fluglinien bieten sogar ganz normale Steckdosen an. Vergesse in diesem Fall nicht, einen Reiseadapter mit ins Handgepäck zu nehmen.

Allerdings sind Ladestationen in Flugzeugen immer noch selten.

Ob Dein Flugzeug solche Ladestationen besitzt, kannst Du z.B. auf SeatGuru herausfinden. Gebe dort dazu einfach Deinen Flug ein. Anschließend erscheint eine Karte mit Informationen über alle im Flugzeug vorhandenen Sitzplätzen. Um herauszufinden, was ein Sitzplatz auf diesem Flug zu bieten hat, halte Deine Maus über diesen.

Leider wird die Seite nur auf Englisch angeboten.

„AC-Power“ heißt, dass der entsprechende Sitz mit einer Steckdose ausgestattet ist. Ob und wo USB-Buchsen vorhanden sind, findest Du rechts neben der Flugzeugkarte, in den weiteren Informationen und Kommentaren.

Generell kannst Du davon ausgehen, dass solche Ladestationen nur auf Langstreckenflügen vorhanden sind.

Handy laden im Flugzeug

Meine Empfehlung

Nehme ins Handgepäck nur das mit, was Du auch wirklich benötigst. Für den Durchschnitts-Passagier ist eine einzelne Powerbank mit 20.000 mAh mehr als ausreichend.

Mehr Kapazität ist z.B. nur sinnvoll bei:

  • Nutzung eines Notebooks während des Fluges
  • Power-Nutzung von Smartphones und Co. (z.B. Gaming)
  • Geräten, die neben dem Smartphone zusätzlich geladen werden müssen (Kamera, GoPro)
  • als z.B. Backpacker, wenn Du nach der Ankunft eine längere Zeit ohne Strom auskommen musst; heißt, die Powerbank somit für längere Zeit nicht wieder aufgeladen werden kann

Wobei Du niemals mit Powerbanks über 100 Wh Kapazität reisen solltest. Nehme in diesem Fall lieber 2 kleinere Powerbanks mit.

Achte zusätzlich beim Kauf darauf auf Produkte zu setzen, die sich bereits bewährt haben. Auf dem Markt gibt es immer wieder schwarze Schafe. So liefern minderwertige Powerbanks nur die Hälfte der versprochenen Kapazität oder lassen sich aufgrund von Wackelkontakten nicht mehr laden.

Meiner Erfahrung nach sind die bis jetzt verlässlichsten Marken Anker, RAVPower und Poweradd. Eine Gegenüberstellung der zuverlässigsten Powerbanks findest Du hier (mit echt gemessener Kapazität sowie Handgepäckkonform) .

Zur Komplettliste: Was darf mit ins Handgepäck

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John Hoffmann

Autor

Luftfahrt-Student. Warteschlangen-Meider. Pizza-Lover.

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